Die Neugründung

 

 

 

 

Am 23. März 1946 wird durch Wendelin Maisch und Anton Neumaier eine erste Versammlung in der Nachkriegszeit einberufen, wozu insbesondere die ehemaligen aktiven Mitglieder eingeladen sind. Nach mühevoller Vorarbeit kann im November 1946 die Wiedergründungs- und Generalversammlung stattfinden. Mit 14 aktiven und 150 passiven Mitgliedern sowie 7 Jungmusikern kann neu begonnen werden. Als Dirigent wird erneut Hermann Baureithel gewonnen. Schon in den ersten Jahren entwickelt sich die Kapelle unter ihrem Dirigenten recht erfolgversprechend.

 

Die Veranstaltungen der Kapelle bringen Freude, Abwechslung und Geselligkeit mit sich. Man erzählt sich von einem schönen Ausflug, der allen noch lange in Erinnerung bleibt. Die Musiker seien vom Vereinslokal aus mit Marschmusik in Richtung Schöllbronner Mühle und über Burbach bis nach Frauenalb marschiert. Nach einem kleinen Konzert im „König von Preußen“ unter dem Dirigenten Baureithel habe man schließlich die Heimfahrt mit der Albtalbahn angetreten.

 

Die alljährliche Prozession am ersten Sonntag im September wird fortan von der Musikkapelle begleitet.

 

Die schweren Kriegsjahre sind aber auch am Dirigenten Baureithel nicht spurlos vorübergegangen. Schon nach zwei Jahren muss er krankheitshalber die Leitung der Kapelle an seinen Nachfolger übergeben. In Dankbarkeit und Anerkennung ist zu erwähnen, dass Herr Baureithel in den wirtschaftlich schlechten 30er Jahren mit großem Idealismus arbeitet, viele Proben unentgeltlich abhält und obendrein noch das Notenmaterial zur Verfügung stellt. An seinem Grab auf dem Ettlinger Friedhof nimmt die Kapelle dankbar und ehrenvoll von ihm Abschied.

Als Nachfolger übernimmt zum zweiten Mal Herr Seitz die Kapelle. Sein besonderes Augenmerk gilt auch der Jugendmusikerausbildung. 1950 findet unter seiner Leitung das 30-jährige Jubiläum statt. Er stirbt nach schwerer Krankheit; die Kapelle muss wiedermal am Grab Abschied von ihrem Dirigenten nehmen.

 

35-jähriges Jubiläum 1955 mit Ehrendirigent Stiebitz und Vorstand Wendelin Maisch

 

Im Jahr 1959 übernimmt Herr Musikdirektor Georg Stiebitz die Kapelle. Unter seiner musikalischen Leitung und der Vereinsleitung von Wendelin Maisch kann 1955 das 35-jährige Vereinsjubiläum verbunden mit dem 2. Bezirksmusikfest gefeiert werden. Unter Beteiligung namhafter Musikkapellen wird ein Fest veranstaltet, das heute noch in guter Erinnerung ist. Neben den Bezirksvereinen beteiligen sich die Kapellen aus Gernsbach, Sulzbach i.M., Bischweier und Hipertsau.

 

Nach 10-jähriger Tätigkeit als Vereinsvorsitzendem und in Anerkennung seiner Verdienste wird Wendelin Maisch in der Generalversammlung von 1956 zum Ehrenvorstand ernannt. In diesen 10 Jahren ist die Neugründung des Vereins vollzogen, die Kapelle neu aufgebaut und zum 35-jährigen Jubiläum mit neuer Vereinskleidung ausgestattet worden, darüberhinaus hat man viele teure Instrumente angeschafft. Für seine treue Mitarbeit wird Anton Neumaier der Titel des Ehrenmusikervorstandes verliehen. Er hat von 1945-1955 die Belange der Musiker bzw. der Kapelle vertreten. Weiterhin wird Karl Wipfler für seine langjährige Tätigkeit als Kassier zum Ehrenkassier ernannt.

 

Von 1956-1961 wird Albert Schiebenes Erster Vorsitzender und von 1961-1965 leitet Bruno Ochs die Geschäfte des Vereins bis zu seiner schweren Krankheit, von der er sich leider nicht mehr erholen kann.

1965 übernimmt Herbert Baumgärtner als Erster Vorsitzender den Verein. 1966 scheidet der bisherige Dirigent Georg Stiebitz altershalber aus. Sein Nachfolger wird Herr Rieger, der wiederum 1969 von Paul Leßle abgelöst wird. Die Kapelle wächst auf 32 Musiker an. Im Jahr 1970 begeht der Musikverein „LYRA“ Schöllbronn sein 50-jähriges Jubiläum und richtet das 3. Bezirksmusikfest aus.

 

50-jähriges Jubiläum 1970 mit Dirigent Paul Leßle und Vorstand Herbert Baumgärtner

 

Ende 1971 übernimmt Willi Paul die damalige Kapelle sowie die Jugendausbildung. Der Vereinsausflug führt nach Annaberg in Österreich. Mit der dortigen Musikkapelle entsteht eine Partnerschaft, die noch über mehrere Jahre hinweg gepflegt wird.

1973 wird das erste Musikfest in der auch heute noch genutzten Festhalle gefeiert. Die richtungsweisende Entscheidung, auch Frauen in den Verein aufzunehmen, wird 1976 gefällt und bedeutet eine weitere Stärkung und Bereicherung der Kapelle. Im August 1976 verstirbt der Ehrendirigent Georg Stiebitz, der lange Zeit als prägende Persönlichkeit den Verein musikalisch geleitet hatte.

 

Im April 1977 übernimmt Herr Ratzel die Aufgabe des Dirigenten. Für alle überraschend verstirbt Dirigent Ratzel im selben Jahr. Die Kapelle steht kurz vor seinem Weihnachtskonzert. Dass dieses Konzert dennoch stattfinden kann, ist dem damaligen Vizedirigent Trudbert Wipfler zu verdanken.

 

Ab Januar 1978 leitet Herr Heymann das Orchester, der 1979 von Dirigent Hönig abgelöst wird.

 

Der bisherige Vorstand Herbert Baumgärtner stellt nach 14 bewegten aber für den Verein erfolgreichen Jahren sein Amt zur Verfügung. Sein Nachfolger wird Herbert Bansbach, der sein Wirken mit der Organisation des 60-jährigen Vereinsjubiläums und der Durchführung des ersten Straßenfestes einleitet.

 

Im Januar 1980 wird, unter der Leitung von Trudbert Wipfler, eine Jugendkapelle gegründet, der 25 Mädchen und Jungen angehören. Im März übernimmt Trudbert Wipfler dann auch die Leitung des Blasorchesters. Dieser Termin kann in zweierlei Hinsicht als Beginn einer neuen und über viele Jahre andauernden Ära bezeichnet werden. Im musikalischen Bereich bringt Trudbert Wipfler viele neue und reizvolle Ideen, ergänzt von musikalischem Sachverstand, in seine Tätigkeit ein. Andererseits übernimmt im Laufe der nächsten Jahre die Jugend nach und nach in vielen Bereichen Verantwortung und wird somit auch in der Vereinsleitung tätig.

Bis zum Jahre 1984 wächst die Zahl der Aktiven im Orchester auf 42. In der Jugendkapelle musizieren 32 Jugendliche, die 1985 den Grundstein für die Partnerschaft mit der O.L.V.O.-Band aus Oostende legt.

 

 

Das Jugendorchester nach der Gründung

 

Diese Partnerschaft entsteht unter der Federführung des damaligen Stadtrates Josef Puschmann und in Zusammenarbeit mit Trudbert Wipfler.

1986 wird Henry Kunz als neuer Vizedirigent des Vereines ausgebildet und stellt sich anlässlich des Weihnachtskonzertes dem Publikum vor.

1988, im Jahr der Landesgartenschau in Ettlingen, besucht die Partnerkapelle aus Belgien den Verein.

 

Im Jahr 1990 übergibt Herbert Bansbach nach 10-jähriger Tätigkeit die Leitung des Vereins an Steffen Neumeister. Dass dieser im Alter von 21 Jahren die Vereinsgeschäfte übernimmt, lässt ihn nicht nur zum jüngsten Vereinsvorsitzenden seit Bestehen des Musikvereins werden, sondern auch über die Grenzen des Albtals hinaus. Herbert Bansbach wird zum Dank für sein Engagement und in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorstand ernannt.

Eine erste Bewährungsprobe für Steffen Neumeister ist die Organisation des Besuchs bei der Partnerkapelle in Oostende im Frühjahr 1990. Außerdem darf zum eigenen Musikfest die Kapelle des Musikvereins Uelsen von der holländischen Grenze empfangen werden.

Henry Kunz kann 1990 als Dirigent für die Jugendkapelle gewonnen werden und setzt damit die bewährte Arbeit von Trudbert Wipfler fort.

 

Zahlreiche Auftritte, wie beispielsweise ein Jubiläumskommers der Studentenvereinigung Concordia, setzen neben dem alljährlichen Weihnachtskonzert musikalisch interessante und abwechslungsreiche Akzente.

 

Das Jahr 1991 bleibt insbesondere wegen des Konzertes in der Schloßgartenhalle in Erinnerung. In einer bisher beispiellosen Zusammenarbeit zwischen Musikschule und Musikverein wird ein gemeinsames Konzert unter dem Motto „Vom Ensemble zum sinfonischen Blasorchester“ veranstaltet. Die musikalische Vielfalt wird mit dem Spielen einzelner Sätze und Gruppen dokumentiert, die sich als Höhepunkt zu einem sinfonischen Blasorchester vereinigen.

 

Die Jahre 1992 und 1993 sind geprägt von einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Dirigenten, Musikerinnen und Musikern, der Verwaltung und den Mitgliedern. Die neue Jugendkapelle mit 32 Jugendlichen schafft Gewissheit, dass auch in Zukunft der Bestand des Orchesters gesichert sein wird.

 

Im September 1993 scheidet der bisherige Dirigent Trudbert Wipfler aus seinem Amt aus. Er kann auf eine erfolgreiche Jugendarbeit und ein leistungsfähiges Orchester zurückblicken. Als Dank für seine Arbeit und als Anerkennung seiner Verdienste um den Musikverein „LYRA“ Schöllbronn, wird er zum Ehrendirigent ernannt.

Auch Jugenddirigent Henry Kunz scheidet aus seinem Amt aus. Seine solide und annerkennenswerte Arbeit ermöglicht die Übernahme zahlreicher Jungmusiker in das Orchester.

 

Beider Nachfolge übernimmt Frau Diana Martin. Sie bricht die derzeitige Domäne der männlichen Orchesterleiter im Bezirk Albtal. Als Leiterin des Blasorchesters und der Jugendkapelle kann sie auf einer guten Basis aufbauen. Das erste gemeinsame Weihnachtskonzert im Jahr 1993 sowie das im Frühjahr 1994 in Karlsruhe stattfindende Wertungsspielen, bei dem die Kapelle einen 1. Rang in der Oberstufe belegen kann, sind die gelungenen Auftaktveranstaltungen von Frau Martin.

 

 

75-jähriges Jubiläum 1995 mit Dirigentin Diana Martin und Vorsitzenden Steffen Neumeister

 

 

Im Juni 1996 übernimmt Kajo Lejeune die Leitung des Blasorchesters. Zum ersten Mal gewinnt das Orchester mit ihm einen Dirigenten, der ein professionelles Hochschulstudium für Kapellmeister absolviert hat. Unter seiner Führung entwickelt sich das Blasorchester zu einem bemerkenswerten Klangkörper. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass selbst anspruchvollste sinfonische Blasmusik und Originalkompositionen für Blasorchester zu einem festen Bestandteil des Repertoires werden.

 

2004: Das Blasorchester mit Dirigent Kajo Lejeune und Vorsitzenden Steffen Neumeister

 

Heutzutage präsentiert sich der Verein außerdem in verschiedenen Formationen, so gibt es neben dem Jugend- und dem Hauptorchester eine kleine Besetzung für traditionelle Blasmusik, die unter dem Namen Retzbergmusikanten auftritt, und eine kammermusikalische Blechbläserbesetzung, die sich insbesondere bei sakralen Aufgaben für die musikalische Umrahmung anbietet und noch heute vom Ehrendirigenten Wipfler geleitet wird. Die sehr aktiv betriebene Jugendarbeit wird auf einer eigenen Seite der Homepage dargestellt.

 

Das Jugendorchester leiteten von 1996-1999 Patrick Kirst, von 1999-2000 Jens Seipolt und von 2000-2003 Virginie Auvray. Von März 2003 bis Oktober 2004 stand das Jugendorchester unter der musikalischen Leitung von Felix Krüger. Ab Oktober 2004 bis August 2010 zeigte sich Thomas Zimmermann für die musikalische Leitung des Jugend- und auch des Schülerorchesters verantwortlich.
 

Im Oktober 2008 übergab Steffen Neumeister nach 18 Jahren an der Spitze des Vereins das Amt des 1. Vorsitzenden an Marco Maisch.

2010: Das Blasorchester mit Dirigent Kajo Lejeune und Vorsitzenden Marco Maisch

 

Seit September 2010 steht das Jugend- und Schülerorchester unter der musikalischen Leitung von Isabell Liebich.

Im November 2011 entschlossen sich der Musikverein "Harmonie" Völkersbach und die "Lyra" im Bereich des Jugendorchesters zu kooperieren. Im Zuge der Kooperation wurden die beiden Jugendorchester zusammengeführt um ein großes Jugendorchester zu haben und die Spielfreude und Attraktivität weiter zu erhöhen. Die neu formierte "LyraMonie" steht unter der Leitung von Isabell Liebich.

 

2011: Gründung des gemeinsamen Jugendorchesters "LyraMonie"

 

 

 

 

Vereinsvorsitzende seit der Gründung


 

Hermann Wipfler
Otto Müller
Julius Merklinger
Benedikt Merklinger
Anton Günther
Bonifaz Neumaier
Lorenz Kunz
Josef Maisch

1920
1920
1920 - 1922
1922 - 1923
1923 - 1928
1928 - 1929
1929
1929 - 1935

Bonifaz Neumaier
Wendelin Maisch
Albert Schiebenes
Bruno Ochs
Herbert Baumgärtner
Herbert Bansbach
Steffen Neumeister
Marco Maisch

1935 - 1945
1945 - 1956
1956 - 1961
1961 - 1965
1965 - 1980
1980 - 1990
1990 - 2008
seit 2008