Vor 140 Jahren ...

 

 

 

 

Neben dem politischen, religösen und wirtschaflichen Leben wäre auch das kulturelle zu nennen, von dem jede Familie im Laufe des Jahres mehr oder weniger berührt wird. Wenn wir uns nur um ein Jahrhundert zurückversetzen und versuchen, die Zeit zu verstehen, als man die Musik und den Gesang noch nicht von der Konserve einschalten konnte, dann können wir die große Liebe ermessen und die Opfer fassen die jene Generation für die Volksmusik brachten.

 

Schon um das Jahr 1858 gründeten einige junge Männer eine Musikkapelle in Schöllbronn. Die Musikproben wurden damals von Dirigent Daniel aus Michelbach im Murgtal gehalten. Die Liebe der Mitglieder jener Kapelle ist von der Tatsache gekennzeichnet, dass sie keine Mühe und Opfer scheuten, den weiten Weg von Schöllbronn nach Michelbach zu Fuß zurückzulegen, um dort die Proben pünktlich und regelmäßig zu besuchen. Diese Kapelle, der sich auch ein junger Mann aus Völkersbach anschloss, wurde viele Jahre von Dirigent Daniel geleitet. Die vier Mitglieder, die der Kapelle angehörten, waren Cyriak Neumaier, Ambros Neumaier, Georg Neumaier und Lorenz, der aus Völkbersbach stammte. Im Laufe der Jahre verstärkte sich die Kapelle durch Lukas Neumaier, Engelbert Neumaier, Ignaz Maisch, Bernhard Kunz und Johannes Kunz. Diese Zöglinge wurden bis zu ihrer Reife von Dirigent Engel aus Ettlingen geleitet. Durch Krankheit und Tod löste sich diese Kapelle im Laufe der Jahre nach und nach auf. Im Jahre 1892 erfolgte die Neugrundung einer Musikkapelle. Als Dirigent wurde Rolf Weinstein aus Ettlingen verpflichtet. Die erfolgreichen Proben wurden im ehemaligen Jägerhaus, das am Ortseingang von Ettlingen her steht, abgehalten. Der neuen Kapelle gehörten Leopold Kunz, Karl Maisch, Jakob Neumaier, Leopold Maisch, Bonifaz Geiger und Valentin Maisch an. Nach einigen Jahren verstärkte sich die Kapelle durch den Nachswuchs Eligius Kunz, Xaver Eswein, Josef Maisch, Berthold Neumaier, Franz Lumpp und Gabriel Lumpp. In jener guten Zeit, an die sich die älteren Generationen immer noch gerne erinnern, konnte sich die Kapelle gut entwickeln.

 

In Karlsruhe und Ettlingen wurde immer mehr Industrie angesiedelt, die sich bis ins Albtal ausdehnte. Der dadurch entstandene Wohlstand kam auch dieser Kapelle zugute, die sich totzdem manchen Krisen beugen musste, bis sie, so unglaublich es klingt, im Jahre 1904 aufgelöst wurde. In den zehn Jahren vor dem ersten Weltkrieg wurden von den Gastwirten bei besonderen Anlässen Militärmusiker verpflichtet. Während der schweren Kriegsjahre von 1914 bis 1918 ermattete das Vereinsleben immer mehr. Der Gedanke einer örtliche Kapelle war aber noch nicht ganz ausgelöscht ...

 

 

 

Die Gründungsmitglieder


 

Josef Neumaier
Hermann Wipfler
Franz Karl Wipfer
Bernhard Wipfler
Anton Günther
Valentin Kunz
Konrad Wipfler
Julius Abend
Leopold Wipfler
Karl Haller
Josef Kunz
Albert Kunz
Severin Maisch

Josef Leopold Kunz
Franz Rudolf Kunz
Valentin Thoma
Julius Schiebenes
Lothar Ochs
Anton Lauinger
Albert Kunz
Severin Ochs
Otto Ochs
Jakob Huber
Karl Mai